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Umweltschutz ist konservativ!


Durch die Explosion der US-Bohrinsel "Deepwater Horizon" und der daraus folgenden Ölpest ist die Selbstgefährdung des Menschen durch Umweltzerstörung wieder einmal besonders deutlich geworden. Wir erleben nichts weniger als das amerikanische Tschernobyl. Die extremsten Ausformungen der Systeme des Sozialismus in der Sowjetunion und des Liberalismus in den USA brachten bisher auch die extremsten Umweltkatastrophen hervor.

Noch vor der bundesdeutschen Ökologiebewegung hat der konservative CDU-Politiker Herbert Gruhl in seinem populären Buch "Ein Planet wird geplündert" die Ausbeutung der Umwelt angeprangert. Der Planet wird derzeit nicht nur geplündert, die begrenzten Ressourcen werden nun sogar wortwörtlich verschleudert. Denkt man an die westliche Überflußgesellschaft, ist dies allerdings schon länger der Fall. Ohne höheren Sinn neben Konsum und Wachstum herrscht ein liberal-kapitalistischer Fortschritts- und Machbarkeitswahn, der mit der Finanz- und Schuldenkrise nun auch wirtschaftlich am Abgrund steht.

Der gleiche materialistische Geist ist dem Kommunismus zu eigen. Der Zusammenbruch des Ostblocks war die wahrscheinlich größte umweltpolitische Großtat aller Zeiten. Dabei liegt der trostlose Raubbau an der Natur durch Industrie und Landwirtschaft des Sozialismus in der Logik dieses Systems. Denn wer den Menschen Utopien verspricht, wird zur Erfüllung der so geweckten, ewig unrealisierbar bleibenden Ansprüche zwangsläufig endlos natürliche Ressourcen verschwenden müssen.

Genauso greift aber auch ein Liberalismus zu kurz, der der Freiheit keine Bindung an die Umwelt gegenüberstellt. Der Umweltgedankte speist sich aus einer langen, traditionell konservativen Haltung, das Vertraute, Natürliche und Bewährte zu bewahren, Grenzen anzuerkennen und Verzicht zu üben, u.a. für die Nachkommen. In der Romantik erreicht er einen ersten neuzeitlichen Höhepunkt. Bei Bauern und Grundbesitzern war er seit jeher vorhanden. Selbst bei den Grünen gab es anfangs noch dieser Tradition entsprechende Ökobauern, wie beispielsweise Baldur Springmann. 1913 hat der konservative Philosoph Ludwig Klages seine noch heute aktuelle umweltpolitische Brandrede "Mensch und Erde" auf dem ersten deutschlandweiten Treffen lebensreformerischer Jugendbünde und Burschenschaften, dem "Freideutschen Jugendtag" auf dem "Hohen Meißner" gehalten. Diese urökologische Tradition wird verbandspolitisch heute nur noch von den "Unabhängigen Ökologen Deutschlands" (UÖD) vertreten, einer konservativen Abspaltung der inzwischen links-katholischen und grünen-nahen "Ökologisch-Demokratischen Partei" (ÖDP).

Die Partei "Die Grünen - Bündnis 90" beuten die Natur dagegen gezielt parteipolitisch aus, nachdem das Thema anfangs von Linksradikalen in ihr gerne zu anti-westlicher und anti-kapitalistischer Agitation genutzt wurde. Ihre Distanz zum Heimatgedanken macht Umweltschutz zur abstrakten Ideologie mit Tendenz zur Ökodiktatur, wie der DDR-Ökologe Rudolf Bahro bereits in den 80ern erkannt hat. Gesunde Umwelt kann und darf nicht ein neues menschliches, parteipolitisches Heilsversprechen sein, sie ist immer etwas unmittelbar dem Menschen zu gute kommendes und letztlich von Gott geschenkt.

Neben liberaler und linker Menschheitsbeglückung brauchen wir nicht noch eine "grüne" Ideologie, die festlegt, was man an Natur gut zu finden habe und die mit dem Anspruch auftritt, alleinige Retterin vor der Apokalypse zu sein. Sie tappt damit nur in die gleiche Falle der anderen abstrakten Ideologien. Denn zur Natur gehört auch der Mensch mit all seinen Fähigkeiten zum Eingriff in diese. Selbst ein Kernkraftwerk ist Natur. Und jede Subvention noch unrentabler alternativer Energieerzeugung wird durch Gewinne aus um so stärkerem herkömmlichen umweltbelastenden Wirtschaften bezahlt.

Allein die Einseitigkeit bringt die Natur aus dem Gleichgewicht. Der Konservative will deshalb immer wieder neu entscheiden, wie der Mensch seine Umwelt konstruktiv und weltbewahrend nutzt. Er ist frei von Ökorigorismus, wie von den anthropozentrischen, umweltzerstörerischen Ideologien des 20. Jahrhunderts. Statt aufklärerischer, industrieller Naturverwertung schätzt er die mythische und agrarische Bindung an die Umwelt und bejaht eine Selbstbeschränkung unter dem gemeinsamen Gott allen irdischen Lebens.

"Macht Euch die Erde Untertan", das heißt, befreit euch von der Beschränkung auf tierische Instinkte, aber mit der Verantwortung vor Gott, dem Schöpfer der Natur. Herbert Gruhl hat mit seinem konservativen Skeptizismus in dem Buch "Himmelfahrt ins Nichts" genau diese fehlende irdische Rettung beschrieben. Wir müssen und dürfen unseren Platz in der Natur immer wieder neu finden. Wenn der Mensch Verantwortung für die konkrete unmittelbar erlebbare Umwelt, wie die Landschaft, Flora und Fauna der eigenen Heimat übernimmt, jeder also regional denkt, handelt er auch global weltbewahrend.



Warum Nation? Gedanken zu einem Reiz-Thema:


Wer für die Nation ist, kann nicht für eine bestimmte Ideologie sein, denn jede Ideologie ist abstrakte Theorie. Die Nation ist dagegen konkretes Dasein einer lebendigen Gemeinschaft. Diese kann nur frei sein, wenn sie über den Ideologien steht.

Der Linke sagt: Die Nation ist schlecht, denn sie wurde mit Gewalt erschaffen.
Der Rechte sagt: Die Nation ist erhaltenswert, gerade weil sie leider erst unter so viel Mühen erkämpft werden mußte.

Solange bei Wahlen zum deutschen Bundestag eine Mehrheit den Stimmzettel nutzt, um über ihre Zukunft zu entscheiden, ist die Nation die gewollte politische Verfaßtheit der Deutschen.

Wer über Nation lästert, vergißt, daß deren Geschichte immerhin zu der Freiheit geführt hat, die er jetzt genießt.

Gerade weil man bei Geburt nichts dafür kann, Deutscher oder Ausländer zu sein (wie Linke oft betonen), ist es auch so schwierig, die Zugehörigkeit zu einer Nation und die damit einhergehende Verantwortung abzulehnen.

Wir sollten die Nationen als natürliche Gemeinschaften begreifen, die dem Einzelnen - wenn auch oft unbewußte und selbstverständliche - soziale Geborgenheit bieten.

Jede Nation hat auf ihre Weise eine orientierende, soziokulturell bereichernde und damit hilfreiche Funktion für das Zusammenleben der Menschen. Die Vielfalt der Nationen, Kulturen und Religionen wiederum machen diese Welt reich - und den, der sie entdecken will.



Über Extremismus und Toleranz:


In letzter Zeit wird besonders häufig der "Kampf gegen rechts" proklamiert, um rechtsextremer Gewalt entgegenzutreten. Kaum jemand fragt jedoch, welches Menschenbild hinter dieser Art politischer Aktivität steckt. Während man beim islamistischen Terrorismus immer wieder mahnt, strickt zwischen Gewalt und Religion zu unterscheiden, ja sogar mehr Verständnis für die religiösen Motive des Islamismus fordert, wird für den Rechtsextremismus die Bekämpfung und Unterdrückung dessen Weltanschauung fast als alleiniges Heilmittel angesehen.

Man legitimiert dies damit, daß man rechtes Gedankengut außerhalb jeglicher kulturellen Tradition stellt. Zum Teil könnte man den Rechtsextremismus auch aus konservativer Sicht tatsächlich als Dekadenz-Phänomen ansehen. Doch wer legt die Grenze zwischen politischer Meinung und purer Bösartigkeit fest? In der Demokratie, auch und gerade der wehrhaften, kann es doch nur heißen: Repression gegen Gewalt und Argument gegen Argument. Glaubt man hier gegen rechts auf das Argument verzichten zu können, so wird man dessen Anhängerschaft nur vergrößern statt verkleinern, da man selbst als unbegründet erscheint.

Während Gewalt von links häufig mit mangelnder Toleranz des Staates gerechtfertigt wird, fordert man bei rechter Gewalt stets weniger Toleranz gegenüber den Tätern, zu denen man oft auch willkürlich definierte sogenannten "geistige Brandstifter" zählt, bis hin zum obligatorischen Stammtisch um die Ecke, den es eigentlich kaum noch gibt. Auch hier sollte es aber in der Demokratie nur heißen: Toleranz für Meinungen, Null Toleranz für willkürliche Gewalt, anti-rechtsstaatliches Verhalten und Aufruf zum Rechtsbruch!

Wirklich tolerant und wahrscheinlich auch gewaltloser wäre unsere Gesellschaft, wenn Leute von links wie von rechts erst einmal nicht per se als Feinde angesehen werden, sondern als Staatsbürger, die aus politischem Interesse sich an der Willensbildung und der Lösung von gesellschaftlichen Problemen beteiligen wollen. Deren Ansichten nicht einer bösen Einstellung entspringen, sondern die sich mit eigenen, vielleicht noch unreifen oder unverstandenen Gedanken für ihr Gemeinwesen engagieren. Die möglicherweise durch spezielle Erfahrungen und Ereignisse, die aus der Gesellschaft auf sie einwirken, zu ihren anderen Einstellungen kommen. Und die damit auch auf reale Mißstände hinweisen. Wenn man heute eine deutsche Zeitung aufschlägt, meint man dagegen geradezu von politischen Monstern umgeben zu sein und nur noch die eigene Zeitung hielte zu einem. Doch manchmal braucht eine Gesellschaft eher den Anstoß der Anstößigen als den Aufstand der Anständigen. Letzterer ist im übrigen bedeutend kollektivistischer als ersterer.

Der Kampf gegen Extremismus ist ein Kampf gegen Minderheiten mit einer anderen politischen Einstellung als der, die man selbst vertritt. Es ist die in der Demokratie propagierte und teilweise praktizierte Ausgrenzung andersdenkender Randgruppen. Dabei setzt sich häufig derjenige, der anderen Extremismus vorwirft, selbst über den gleichberechtigten Pluralismus der Meinungen, da er nicht argumentierend für eine bestimmte Position wirbt, sondern sich von vorn herein und ohne Beleg zum Demokraten erklärt und andere Menschen und deren Positionen als extremistisch verurteilt. Er herrscht so über den demokratischen Diskurs. Die Meinungen bestimmter Menschen schmäht er als extrem, während er seine eigene Meinung selbstverständlich als nicht extrem sondern als demokratisch ansieht.

Letztlich ist er dabei Ankläger und Richter in einer Person. Er denunziert, indem er eine Aussage über jemand anderen macht, statt über sich oder eine Sache. Und er urteilt, daß diese Aussage richtig ist. Der Angegriffene muß sich verteidigen, was ihm in der Regel als Verstellung ausgelegt wird.

Ja die eigene Meinung wird beim Demokraten auch gar nicht hinterfragt oder zur Diskussion gestellt, wenn er Extremisten verurteilt. Er spricht ja dann nur über seine Einstellung zur Meinung des Andersdenkenden und muß seine eigene Meinung zu Sachthemen nicht darlegen. So könnte auch ein Extremist einen anderen Menschen Extremist nennen, wie es ja zwischen Links- und Rechtsextremisten an der Tagesordnung ist.

Wenn ich also jemand wegen seiner Einstellung als Extremist bezeichne, heißt das nichts anderes, als daß ich mich mit ihm nicht auf demokratischem Wege auseinandersetzen möchte, daß ich mich also selber ihm gegenüber nicht mehr demokratisch verhalte. Da es in der Demokratie jedem freisteht jeden als extremistisch zu bezeichnen, ist dieser Kampf gegen Extremismus letztlich eine Möglichkeit, die Ausgrenzung anderer Meinungen und Menschen auf undemokratische Art zu legitimieren.

Dies zeigt wie groß die Gefahr ist, daß beim Kampf gegen Extremismus durch diskussionsloses, willkürliches Urteilen nicht die eigentlich gemeinte Demokratie gerettet wird, sondern, im Gegenteil, eine besonders bequeme und populistische Variante der Diktatur und die Ausgrenzung mißliebiger Ansichten und Personen möglich wird.

Extremismus gibt es dennoch. Wehrhaft demokratisch kann dieser bekämpft werden, wo er die politischen Institutionen und Menschen mit Schmähkritik oder tätlich angreift. Dann reichen Diskussionen nicht. Aber die Methoden der Extremisten einfach umgekehrt zu kopieren, führt letztlich in den Untergang der Demokratie. Weder ein primitiver Antikommunismus noch ein primitiver Antifaschismus ersetzt das positives Bekenntnis zu eigenen konstruktiven Zielen. 

 
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